“Wie eine große Familie”

Betritt man die Artist Alley der Halle C auf der Comic Con und betrachtet die verschiedenen Stände, kommt es einem auf den ersten Blick so vor, als wären sich alle Comiczeichner*innen recht ähnlich. Sie zeichnen konzentriert hinter den Theken ihrer Stände, lächeln zwar freundlich, wirken aber aber doch ein wenig introvertiert. Wir haben uns mit drei talentierten Künstler*innen unterhalten um zu erfahren, wie bunt und vielseitig die Comicszene eigentlich ist.

Von Natalia Anders
Am
Lesezeit 4 Min

Egal, mit wem man auf der Comic Con redet, man hört immer wieder, wie groß die spanischsprachigen und italienischen Cosplay- und Comic-Communities sind. Alessandro Giampaoletti ist Comiczeichenlehrer und selbstständiger Zeichner aus Italien. Außerdem hat er zuletzt sein eigenes Comicbuch Rats illustriert. Begonnen hat seine Liebe zum Zeichnen in der Schulzeit, später besuchte er eine Comicschule, auf der er heute selbst unterrichtet. Seine Figuren entstehen je nach Auftrag, bei Rats hat er die Bilder basierend auf dem Skript der Co-Autorin gezeichnet. Die italienische Comicszene kennzeichnet eine Mischung aus verschiedensten Zeichenstilen, am prominentesten sind aber die realistischen Bonelli Comics.

Als Collette Turner vor fünf Jahren aus England nach Kanada zog, war sie nicht wirklich Teil der Comiccommunity. Gezeichnet hat sie jedoch schon davor und zwar Stillleben oder Porträts. Richtig gefallen hat es ihr aber nicht. Als Kind hat Collette immer schon gerne Geschichten erzählt. Nach dem Umzug nach Kanada fing sie an Comics zu lesen, zu zeichnen und hat zurück zu ihrer alten Liebe, dem Storytelling gefunden. Es entstanden Comicbücher wie Badassical, Lady Death oder Dollface. Am liebsten zeichnet sie selbsterfundene Figuren und Zeichnungen, sehr gerne aber auch Catwoman. “She’s my favorite!”, so die Künstlerin. Turner fühlt sich in ihrer Community in Kanada sehr wohl, sie sei wie eine herzliche Familie, in der jede*r willkommen sei. Auf die Frage, ob das Zeichnen für sie eher Hobby oder eher ein Beruf sei, antwortet sie, dass es zwar ihr Job ist, es ihr aber so viel Spaß macht, dass es sich wie ein Hobby anfühlt. Und das ist das Beste daran!

Nina Hable ist eine österreichische Comiczeichnerin. Seit eineinhalb Jahren ist sie aktiv, begonnen hat alles mit ihrer bereits vorhanden Faszination am Zeichnen und an Comics. “Ich habe sie sehr gerne selber gelesen und manchmal dann auch einfach Figuren abgezeichnet (…) jetzt habe ich mir gedacht, eigentlich kann man es auch selbst versuchen und da habe ich einfach mal angefangen. Da es mir Spaß macht, mach ichs jetzt weiter”. Zum eigenen Schaffen inspirieren sie unter anderem Künstler der älteren Generation wie Hugo Pratt oder Milo Manara. Nina zeichnet am liebsten ihre eigenen Kreationen und versucht beim Zeichnen immer sie selbst zu sein, denn individuelle Zeichnungen machen die Szene bunter und interessanter. Wien habe eine nette kleine Comicszene wie auch einen Comicstammtisch, der sich alle vier Wochen einmal trifft. Sonst lernt man sich einfach auf verschiedenen Veranstaltungen wie der Comic Con oder bei Zeichenkursen kennen, grüßt sich und plaudert ein wenig miteinander.

Von Natalia Anders
Am
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