Viva La Vagina – Buchreview

Um wenig Menschliches ranken so viele Mythen wie um das Thema Geschlecht und allem, was es mit sich bringt – Periode, Sexualität, Geschlechtskrankheiten. Ist das normal? Bin ich normal? Fragen, die sich nur 15-Jährige stellen? Fehlanzeige. Selbst im Erwachsenenalter ist der menschliche Körper noch nicht entmystifiziert. Tatsächlich ist er es auch nach 200.000 Jahren menschlicher Existenz nicht. Doch die Norwegerinnen Nina Brochmann und Ellen Støkken Dahl versuchen mit ihrem Buch „Viva La Vagina“ ein wenig dazu beizutragen.

Von Helena Velaj
Am
Lesezeit 3 Min

Sexualkunde ist in Schulen eher Mangelware und auch wenn sie behandelt wird, dann häufig oberflächlich. Warum das so ist, ist schwer zu sagen. Vielleicht weil Sexualität generell gerne tabuisiert wird, insbesonders die weibliche. Viele Frauen können bezeugen, dass zur Schulzeit fast alle Mädchen ganz entsetzt reagiert haben, als sie auf das Thema Masturbation angesprochen wurden, doch bei Jungs war es normal darüber zu sprechen.

Viele Frauen haben eine gewisse Distanz zu ihren Geschlechtsteilen: Sie verstehen sie im Grunde, aber so ganz sattelfest sind sie wiederum auch nicht. Viele Männer hingegen wollen sich mit diesem Teil der Weiblichkeit nicht befassen – Müssen sie auch nicht, aber es hilft.

Viva La Vagina soll in erster Linie sowohl Frauen als auch Männer aufklären, es soll entmystifizieren und die hartnäckigsten Gerüchte beseitigen. Ein ehrgeiziger Anspruch, der aber auch erreicht wird. Das Buch ist auch nicht ohne solide Grundlage entstanden: Nina und Ellen haben lange Zeit an ihrem in Norwegen sehr beliebten Sexualblog geschrieben. Motiviert durch ihren Erfolg schrieben sie ihr Buch, das mittlerweile auch in 30 Ländern verkauft wird.

Das Buch deckt eine weite Bandbreite an Themen ab – Entjungferung, Verhütung, Geschlechtsteile und Geschlechtskrankheiten. Dabei können auch aufgeklärte Frauen etwas Neues lernen und werden hie und da von ihrem eigenen Körper überrascht.

Wo befindet sich die Klitoris? Und wie sieht sie von innen aus? Tatsächlich sieht man, wenn man ins Innere der Vagina hinein sieht, dass sie weiter nach innen hineinläuft und wie ein umgedrehtes Y aussieht. Die Klitoris ist also nur die Spitze des Eisbergs und wird von vielen gerne Klitoriseichel genannt. Ähnlich wie bei einem Penis verläuft die Klitoris innen weiter zu einem quasi Schaft und Schwellkörper. Diese Ähnlichkeiten sind kein Zufall – bis zur zwölften Schwangerschaftswoche haben sich noch keine Geschlechtsteile gebildet, also haben Männer und Frauen als Fötus dieselbe Grundstruktur: einen Mini-Penis oder eine Giga-Klitoris. 

Viva La Vagina eignet sich als Geschenk für jeden – für sich selbst, den Freund, die Freundin, die Tochter oder vielleicht sogar die Mama. Es behandelt Themen, die unnötig tabuisiert werden und somit das Sexualleben vieler Paare erschweren, aber auch die gesundheitliche Vorsorge von Frauen massiv beeinträchtigen.

Nina Brochmann und Ellen Støkken Dahl ist mit dem Buch Viva La Vagina eine informative Einstiegslektüre über weibliche Sexualität in all ihren Facetten gelungen.

Von Helena Velaj
Am
Lesezeit 3 Min

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