Hipp, hipper, Designmarkt

Sind doch gar nicht schick und modern oder einfach viel zu teuer für mein mageres Student*innenbudget... Das sind Vorurteile, die auch ich hatte, bevor ich Veranstaltungen wie diese besucht habe. Doch sieht man sich auf dem Edelstoff Designmarkt ein wenig um, merkt man gleich, wie viel kreativer manche kluge Köpfe sein können, als die großen Weltkonzerne, deren Produkte wir tagtäglich konsumieren. Vertreter*innen vierer verschiedener, auf dem Edelstoff Designmarkt anwesender Marken stellen sich vor.

Von Natalia Anders
Am
Lesezeit 7 Min

HelloFresh

Can: Hi, ich bin Can, ich bin Promoter und Projektleiter bei HelloFresh in Hamburg beim Team Norddeutschland. Wir verschicken Kochboxen mit Lebensmitteln passend zu vorgegebenen Rezepten für die Leute zum Nachkochen. Jede Woche kommen zwölf neue Rezepte online, von denen kann man sich seine Favoriten aussuchen und bekommt die Zutaten dann nach Hause geliefert.

GRAD: Und was macht Hello Fresh besonders?

Can: Ja das sind so Sachen wie zum Beispiel Aufwand. Wenn man Lebensmittel einkaufen geht und man muss in drei verschiedene Läden um Zutaten für ein Rezept zu finden, nimmt das viel Zeit in Anspruch. Dann wissen die Leute oft nicht was sie kochen sollen, immer wieder gibt es dann dasselbe und das ist langweilig. Bei uns gibt es immer neue Rezepturen, außerdem kommt das gelieferte Essen direkt vom Bauern, was auch qualitativ hochwertiger ist.

GRAD: Zur Marke selbst: Wie seid ihr entstanden, wie bist du zu HelloFresh gekommen?

Can: Für mich ist es ein Studentenjob aber die Gründer, das waren damals auch Studenten, die dachten, dass Leute zu viel Essen wegschmeißen. Dann haben sie angefangen in einer Garage und sind mit dem Fahrrad durch Berlin gefahren um den Kund*innen alles nach Hause zu liefern. Bei mir ist es so gewesen, dass ich Geld gebraucht habe und das ist ein ganz cooler Job. Ich studiere Wirtschaftspsychologie aber in der Firma bin ich bei der Projektleitung und promote. Da suchen wir eben solche Veranstaltungen raus, wir wollen uns gerade in Österreich ein bisschen ausbreiten, deswegen haben wir uns in Wien, Salzburg und in Vorarlberg umgesehen, in Wels waren wir auch letztens. Uns gibt es schon in neun verschiedenen Ländern, besonders gut kommen wir in den USA an. Außerdem ist das Gute an unserem Abo-system, dass man es jede Woche abbestellen kann, alles geht einfach über unsere App.

ira.bags

GRAD: Danke dir zuerst einmal für das Interview! Stell dich bitte ein wenig vor.

Irina: Hi, ich heiße Irina und meine Marke heißt Ira-Bags. Ich komme aus Belgrad, Serbien. Meine Marke gibt es eigentlich seit zwei Jahren, ich habe mir damals für ein Festival einen Rucksack genäht. Den hat zuerst meine Schwester gesehen und wollte auch einen haben, danach meine Freunde, und so weiter. Das ging alles sehr schnell und immer mehr Leute wollten Taschen haben, deswegen habe ich begonnen mehr zu nähen. Zuerst nur für meine Freund*innen, später habe ich vier Taschen auf einem Markt in Serbien vorgestellt und alle wurden gleich verkauft. Darüber habe ich mich sehr gefreut und so hat alles begonnen. Jetzt habe ich zwei Näherinnen eingestellt und verkaufe meine Taschen in Concept-Stores und besuche jetzt auch Märkte außerhalb von Serbien, wie in Wien, weil ich es hier so cool finde!

GRAD: Machst du das hauptberuflich?

Irina: Bis vor vier Monaten hatte ich noch einen Job, bis ich bemerkt habe, dass beides zu stressig für mich wäre, deswegen habe ich den kündigen müssen. Jetzt sind die Taschen meine Haupteinkommensquelle und ich hoffe, davon leben zu können. Ich habe nämlich noch so viele Pläne für die Marke…

GRAD: Was macht deine Taschen so besonders?

Irina: Ich glaube das Design. Ich sehe dieses simple Rechteckdesign sonst nie, das erzeugt aufgrund seines minimalistischen Aussehens viel Aufmerksamkeit. Sie werden außerdem aus qualitativ hochwertigen Stoffen, die ich in Serbien gefunden habe, erzeugt. Somit weiß ich, dass sie strapazierfähig sind, weil ich meine Taschen selbst jeden Tag trage. In Serbien bin ich außerdem die Einzige, die sowas macht, somit habe ich keine wirkliche Konkurrenz. Außerdem sind das keine Taschen, die du in Fast-Fashion-Geschäften wie H&M oder Zara kaufen kannst, die sind mehr Streetstyle.

GRAD: Zurück zu Zara, H&M und CO: Siehst du solche Geschäfte als Konkurrenz an? Immerhin sinken die Preise dieser Geschäfte und die Käuferzahlen steigen stetig…

Irina: Vor allem in Serbien kennen Leute solche Designermarken noch nicht, sie sind glaube ich nicht gut informiert was Nachhaltigkeit in der Modeindustrie betrifft und kaufen auch deshalb immer in Fast-Fashion-Geschäften ein. Ich kann dagegen nicht ankommen. In anderen Ländern ist es meiner Meinung nach nicht so. Die Leute hier interessieren sich viel mehr für selbstgemachte, faire Mode. Vielleicht wird das in Serbien auch mal so der Fall sein.

Die Wohnung

D: Mein Name ist Daniela Verdel und ich bin hier für Die Wohnung, das Vintagemöbel-Interieurgeschäft. Die Möbel hier sind alle Vintage, zum Teil im Originalzustand, zum Teil bearbeitet.

G: Wie ist das Geschäft entstanden?

D: Mit einer Freundin, Vanessa Wehovec, haben wir gemeinsam vor zirka fünf oder sechs Monaten das Geschäft eröffnet. Also die Idee war schon länger in unseren Köpfen, jetzt haben wir in der Liniengasse 15 das perfekte Geschäftslokal gefunden und beschlossen, das Projekt anzugehen.

G: Warum sollte man Möbel von euch kaufen?

D: Grad bei diesen Möbeln ist es so, dass man ein Stück Geschichte mitkauft, es ist auch ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit, dass man nicht immer wieder neu-produzierte Möbel kauft. Diese Möbel gibt es seit vierzig oder fünfzig Jahren und sie wurden damals so qualitativ hochwertig produziert, dass sie auch noch die nächsten vierzig, fünfzig Jahre überleben. Außerdem sind das auch einfach teilweise Designklassiker. Sie waren früher so teuer, dass die Leute, die sie damals gekauft haben besonders auf sie aufgepasst haben.

Von Natalia Anders
Am
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