Spielraum

Georgischer Doublepunch

Unser Thema ist Gesundheit, deshalb habe ich mich gefragt, wie man gesunde Ernährung erleichtern könnte. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Dips, die so gut sind, dass man mit ihnen sogar Schuhsohlen essen würde, der richtige Weg sind.

Von Gregor Schwayer
Am

Wie der Titel schon sagt, gibt es heute zwei Rezepte zum Preis von einem. Muhammara und Ajika. Beide aus Georgien, beide aufgrund des hohen Nuss- und Gemüseanteils gesund  und beide verboten gut. Legen wir los:

Muhammara

Zutaten:

Zwei Paprika

Eine große Handvoll Walnüsse

Kerne eines halben Granatapfels

Eine Knoblauchzehe

Ein halber Bund Koriander oder Petersilie

Kreuzkümmel

Paprikapulver

Ein Schuss Olivenöl

Ein Schuss Zitrone oder fruchtiger Essig

Reichlich Salz

Chili nach Geschmack

Die Paprika halbieren und die Kerne entfernen. Die Hälften mit der Haut nach oben bei maximaler Oberhitze auf einem Blech schwärzen. So richtig schwärzen.

Wenn ihr Schmerzen für charakterbildend haltet, könnt ihr sie jetzt direkt häuten. Wenn nicht, packt sie in eine Schüssel, versiegelt sie mit Plastikfolie und wartet 15 Minuten. Die Paprika sollten nun warm sein und die Haut sollte sich problemlos ablösen lassen. Das sieht dann so aus:

Jetzt die Walnüsse kurz trocken anrösten.

Die Kerne holt ihr am besten aus dem Granatapfel, indem ihr die Schnittseite über eine Schüssel haltet und kräftig mit einem Kochlöffel oder einer sonstigen stumpfen Hiebwaffe darauf einschlagt. Das wars eigentlich auch schon mit der Vorbereitung. Jetzt alles in eine Küchenmaschine oder einen Mixer geben und bis zur gewünschten Konsistenz mixen. Fertig. Das Ergebnis eignet sich hervorragend als Aufstrich oder Dip.

Ajika

Zutaten:

6-7 große frische Chilischoten

6-8 Knoblauchzehen

Bohnenkraut

Bockshornklee

Getrockneter Koriander

Koriandersamen gemahlen

Ein großzügiger Schuss Zitrone oder Essig

Olivenöl nach Bedarf

Reichlich Salz

Spätestens jetzt wird allen auffallen, was unserer weitläufigen georgischen Leserschaft längst aufgefallen ist: Auf dem Zutatenbild sind keine Chilischoten. Überall, wo ich war, waren frische Chili ausverkauft. Hält mich das davon ab, dieses Rezept zu schreiben? Nein. Improvise – adapt – overcome. Ich habe zwei normale Paprika genommen, um die Konsistenz nachzubilden und eine großzügige Portion getrocknete Chili für den Geschmack.

Die Zubereitung ist herzlich einfach: Chilischoten/Paprika schneiden und entkernen, Knoblauchzehen schälen und alle Zutaten in eine Küchenmaschine oder einen Mixer geben. Bis zur gewünschten Konsistenz mixen.

Sieht das nicht gut aus? Nein, tut es nicht, hört auf mir zu schmeicheln. Aber das Ergebnis ist umwerfend. Am ehesten ist es als eine Kreuzung aus Pesto und Salsa zu beschreiben. Nur, dass das Pesto ein traumatisches Erlebnis hatte und das durch tägliches mehrstündiges Kickboxtraining verarbeitet. Es ist extrem scharf, aber so komplex und interessant, dass ich nicht aufhören konnte, es zu essen. Ich schwitze noch, während ich dieses Rezept schreibe. Unbedingt ausprobieren!

Von Gregor Schwayer
Am

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