Spielraum

Take-out Review: Kaoo

An diesem Herbstwochenende hatte ich sowohl ein dezentes Craving auf Ramen als auch eine ausgeprägte Unlust, das Haus zu verlassen. Entsprechend habe ich diverseste Online-Lieferservices durchforstet und als ich dann auf Foodora über das Kaoo gestolpert bin, ist mir das unsäglichste aller Modewörter durch den Kopf geschossen: Synergie!

Von Gregor Schwayer
Am
Lesezeit 4 Min

Ich hatte schon viel Gutes über das hippe asiatische Lokal im 7. Bezirk gehört und war gespannt, ob sie die von mir so geliebte japanische Kultsuppe auch ordentlich hinbekämen. Kleine Warnung: Der folgende Absatz ist eine Abhandlung über die optimale Konsistenz von Ramen, die eventuell dadurch ausgelöst wurde, dass ich kürzlich zum fünften Mal Tampopo gesehen habe.

Ramen ist nicht besonders gut für Lieferservices geeignet. Im Idealfall sollte es brühend heiß serviert werden, das beliebte weichgekochte Ei sollte noch cremig sein und die Nudeln am Punkt. Wenn zwischen Fertigstellung und Essen aber 20 Minuten in einer Fahrradtasche liegen, werden fast notwendigerweise einige dieser Attribute leiden. Die meisten Lokale, die ich bisher probiert habe, haben sich dadurch geholfen, dass sie die Brühe ganz besonders heiß gemacht haben. Das löst zwar weitgehend das Problem des Auskühlens, kocht aber das Ei unterwegs weiter und macht die Nudeln zu weich. Die Alternative ist lauwarme Suppe. Aufwärmen ist auch nicht ideal – Takeout Plastik verträgt sich selten mit der Mikrowelle und umleeren in einen Topf ist auch keine gute Idee. Ramen lebt davon, dass die Zutaten getrennt und identifizierbar sind. Kann man ja gleich Eintopf essen sonst. Kurz und gut: Ich war gespannt, ob das Kaoo das Problem lösen würde.

Und das haben sie so ziemlich. Mein Tori Ramen kam dampfend heiß mit einem perfekten weichen Ei bei mir an. Die Nudeln waren vielleicht etwas drüber, aber das kann ich leicht vergeben angesichts der prachtvollen Präsentation. Die Brühe war reichhaltig, das Gemüse frisch und das Hühnerfleisch samt immer noch knuspriger Haut perfekt. Alles zusammen einfach genau das richtige Essen für den Herbst. Es wärmt den ganzen Körper und gibt ein wohliges Gefühl.

Als Vorspeise habe ich noch die Gyoza probiert und auch die waren grundsolide – sie scheinen die Teigtaschen zum Abschluss noch einmal unter den Broiler zu geben, was für einen besonders knusprigen Biss sorgt.

Ich war jedenfalls rundum zufrieden und gebe 8/10 Punkten.

Abschließend sei noch eine Sache lobend erwähnt: Die Karte des Kaoo hat das vegetarische und vegane Angebot ausgezeichnet integriert. Bei vielen Lokalen wirkt es eher aufgesetzt. Vereinzelte Gerichte, die man dazu gibt, weil man das eben mittlerweile so tut. Und dann sind es oft einfach fleischlose Varianten bereits vorhandener Speisen. Ganz anders das Kaoo. Die vegetarischen und veganen Gerichte sind eigenständig, zahlreich und kreativ.

Von Gregor Schwayer
Am
Lesezeit 4 Min

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