Spielraum

Der Berg hat uns gerufen!

Ein gelungener Urlaub muss nicht immer am Sandstrand von Bella Italia oder in den engen Gassen von Südostasien sein. Werfen wir ein Blick auf die heimische Naturvielfalt und lauschen wir Goethes Worten, als dieser einst meinte: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“. Deswegen laden wir euch mit unseren Wandertipps ein, die außergewöhnlichen Landschaften Österreichs (neu) zu entdecken.

Von Katharina Kulesza
Am
Lesezeit 7 Min

Der Wiener Städtische

Die Wiener Stadtwanderwege eignen sich hervorragend für alle, die in Wien wohnen und für einen Ausflug nicht weit fahren möchten. Denn alle Wege sind mit den Öffis von Wien aus erreichbar und bieten somit den Wiener*innen die Möglichkeit, eine kurze Auszeit ins Grüne zu machen. Teils verlaufen die Wanderwege in der Stadt, teils befinden sie sich am Stadtrand und sind zwischen zwei bis vier Stunden zu schaffen. Insgesamt gibt es elf von ihnen, die sich in ihren Strecken und Standorten voneinander unterscheiden. Den Stadtwanderweg 2 zum Hermannskogel und zurück möchten wir euch jedoch besonders nahelegen. Denn beginnend bei der Endstation des 39A nach Sievering können mit circa drei Stunden Gehzeit Alle, Jung und Alt, entlang der Wiener Weinberge gehen, bis hin zum höchsten Berg Wiens. Der mit seinen 542 Metern über dem Meeresspiegel hohe Hermannskogel ist samt seiner Aussichtswarte immer einen Besuch wert. Zu einem anderen Highlight dieser Tour zählt der Stopp bei der Bellevuewiese, die sich auf dem Weg befindet. Bei einem Picknick mit Blick über Wien lassen sich sehr schnell die eigenen Batterien wieder aufladen. Als Abschluss des Wanderweges bieten die zahlreichen Heurigen in Sievering einen wohltuenden Ausklang.

Ein Hauch Griechenland

Nicht nur die Stadtwanderwege sind beliebte Ausflugsziele der Wiener*innen, auch der Anninger ist schnell von Wien aus zu erreichen. Der Anninger, dessen höchster Punkt 675 Meter misst, ist ein Berg des Naturparks Föhrenberge in Mödling.  Das grandiose an diesem Gebiet ist, dass es eine Vielzahl an verzweigten Wanderwegen gibt, von denen man an unterschiedlichen Punkten aus starten kann. So ist es möglich, in Mödling, Guntramsdorf, Pfaffstätten, Gaaden, Hinterbrühl, Gumpoldskirchen oder Kaltenleutgeben die Wandertour zu beschreiten beziehungsweise in diesen Orten einzukehren. Hier können sich Wanderbegeisterte aussuchen, ob sie das Anningerhaus sowie die Berggipfel zusteuern oder, etwas gemütlicher, den Husarentempel auf dem kleinen Anninger besuchen.

Beginnend beim Richardhof in Guntramsdorf führt ein Schotterweg entlang des gekennzeichneten Wanderweges bis hin zur Aussichtsplattform des Husarentempels. Die Wegzeit beträgt beim mäßiger Geschwindigkeit circa zwei Stunden und ist, bis auf einen kurzen Waldweg, durchwegs mehr eben als steil. Somit eignet sich der Weg für die ganze Familie. Beim Husarentempel angekommen, erwartet jeden Wanderer eine beeindruckende Aussicht auf das Wiener Becken. Der im griechischen Stil erbaute Tempel inmitten des Waldes erzeugt zusätzlich eine mystische Atmosphäre. Beim Rückweg lädt die Krauste Linde hungrige Bäuche zum Jausnen ein (Achtung! Öffnet erst wieder im September).

Steirische Erfrischung

Auf alle Steiermark-Begeisterte haben wir natürlich nicht vergessen und möchten euch den Krumpensee bei den Eisenerzer Alpen vorstellen. Die Gebirgslandschaft ist etwa zwei Autofahrtstunden von Wien entfernt und befindet bei Trofaiach, angrenzend bei Leoben. In Trofaiach angekommen, empfiehlt es sich weiter nach Unterburgfried zum Krumpengraben zu fahren und dort am Gebirgsfuß das Auto beim anliegenden Parkplatz abzustellen. Von dort aus beginnt der Wanderweg am Krumpenbach entlang, der durchwegs steil durch den Wald führt. Verlaufen kann man sich dabei kaum, denn der Bach links vom Weg dient als Orientierungspunkt und Erfrischungsquelle. Nach etwa 3,5 Stunden lichtet sich der Wald und dann beginnt die Krumpenalm. Auch wenn die letzten Meter anstrengend sind, wird man mit einem sagenhaften Ausblick auf etwa 1.440 Metern Höhe belohnt. Oben angekommen, findet man den Ursprung des Baches, der von dort aus entspringt. Darüber hinaus bietet der glasklaren Gletschersee- Krumpensee- die Möglichkeit sich zu erfrischen. Bedenke jedoch, dass es oben weitaus kühler als unten ist.

Wem das nicht genug ist, der*die kann mit passender Ausrüstung weiter über den Krumpenhals den Reichenstein besteigen. Am Rückweg zum Auto liegt über eine Abzweigung die Hirnalm mit köstlichen Stärkungen.

Vorarlberger Glück

Wer noch nie so wirklich in Vorarlberg war, der*die hat durch dieses „Must-See“ nun allemal Grund zum Hinreisen! Gemeint ist der Silvretta-Stausee, der inmitten der Österreichischen Alpen liegt. Zu erreichen ist dieser See entweder zwei- oder vierrädrig über die Silvretta-Hochalpinstraße auf beachtliche 2.030 Meter über dem Meeresspiegel. Oben angekommen, erwartet Besucher*innen ein atemberaubender Blick auf die Alpen, einschließlich der Piz Buin-Gebirge, die die Schnittstelle zur Schweiz markieren. Als Wanderer kannst du den Seerundweg nehmen, der in etwa zwei Stunden ziemlich einfach zu umgehen ist. Zwischendurch gibt es einige ruhige Stellen zum Zurückziehen, die einem, trotz der Touristen, ein paar Minuten zum Meditieren bescheren. Ein Ausflugsziel, das sich auf jeden Fall lohnt!

Ein Berliner in Salzburg

Wie der Titel schon verrät, befindet sich die letzte empfohlene Wandertour im salzburgerischen Abtenau, etwa eine Autofahrtstunde von der Stadt Salzburg entfernt – perfekt für alle, die sportliche Aktivitäten mit kulturellen Events einem Wochenende verbinden wollen! Einer der beliebten Wanderwege in Abtenau, ist die Tour zum Berliner Kreuz über den Karkogel. Der Start der Wanderung ist im Ort bei der Sommerrodelbahn, wo auch die Fortstraße hinaufführt. Hier haben Wanderer die Wahl zwischen der serpentinenartigen Schotterstraße und der Abkürzung durch den Wald. Zwar ist der Waldweg weitaus anstrengender, jedoch spart man mindestens eine Stunde Gehzeit ein und erblickt wunderschöne Täler. In beiden Fällen ist die Gsengalmhütte der erste Stopp der Etappe. Dort rastet es sich nach 3,5-4,5 Stunden Wandern bei Limonaden und Brettljause mit einem wunderschönen Ausblick ins Abtenauer Becken am besten (Achtung! Verkehr nur von Anfang Juni bis Ende September). Für weitere 50 Minuten bekommst du für das Besteigen des Berliner Kreuzes auf rund 1645 Metern Höhe ein Gefühl, das du niemals vergessen wirst!

Von Katharina Kulesza
Am
Lesezeit 7 Min

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