Spielraum

Realistische Liebesfilme

Liebesfilme sind manchmal einfach nicht realistisch. Manchmal bedeutet in diesem Fall meistens. Wäre das, was in den meisten Liebesfilmen Standard ist, tatsächlich nahe an der Realität dran, dann wäre das verdammt nochmal besorgniserregend, denn meistens geschehen in Romcoms absolut absurde Dinge oder Dinge, die einfach absolut nicht okay sind. Bevor ich aber zuviel vom kommenden Artikel diesbezüglich vorwegnehme, präsentiere ich euch heute eine kleine Auswahl an Liebesfilmen mit mehr als nur einem Hauch Realität. (Teaserbild Credit: Afterimage Productions - Eigenproduktion)

Von Helena Velaj
Am
Lesezeit 4 Min

The Big Sick

In “The Big Sick” geht es um einen jungen Mann, der aus einer strengen pakistanischen Familie kommt. Seine Eltern möchten eine Ehe für ihn arrangieren, doch er weiß nicht genau, wie er ihnen mitteilen soll, dass er das A. nicht will und B. eigentlich auch den muslimischen Glauben nicht mehr praktiziert. Im Laufe des Films verliebt er sich auch noch in eine weiße Frau namens Emily und die Probleme werden immer größer.  
“The Big Sick” ist vor allem deshalb realistisch, weil es sich erstens um eine echte Geschichte handelt und sich zweitens viele Leute mit dieser Thematik identifizieren können. Strenge Eltern und Beziehungen zwischen zwei Kulturen ergeben vor allem für junge Leute Probleme. Zudem wird von einer Liebesgeschichte erzählt, in der die beiden Partner ihre gegenseitigen Gefühle respektieren und nicht versuchen, den anderen in die Liebe hinein zu zwingen.

Juno

“Juno” ist ein echter Klassiker. Die High School Schülerin Juno ist von ihrem Freund Paulie schwanger. Sie hatten einmal Sex und der ging gründlich in die Hose. Vor allem ist Paulie auch nur ein Freund und nicht ihr fester Freund, aber sie haben Gefühle füreinander und kommunizieren diese. Jedoch mehr schlecht als Recht. Würden sich beide von Anfang an klar und deutlich ihre Gefühle mitteilen, dann wäre der Film wohl nur sehr kurz. Doch weil es sich um unbeholfene Teenager handelt, dominieren passiv-aggressive Wortgefechte den Film. Die Gefühle, die sich beide nicht eingestehen wollen, schimmern dennoch durch. Bis auf die Schwangerschaft (hoffentlich) ist das eine Situation mit der sich die meisten wohl identifizieren können. Wer war noch nicht in einer verkorksten nicht-Beziehung, in der alles, was fehlt, ein ehrliches Gespräch über die vorhandenen Gefühle wäre, aber man einfach ein wenig zu stolz dazu ist, den ersten Schritt zu machen.

500 Days of Summer

Ich möchte hier nicht zu viel verraten, deshalb versuche ich es so schonend wie möglich zu beschreiben. Tom und Summer mögen sich, aber Summers Gefühle sind nicht so intensiv wie Toms. Die Moral von der Geschichte: Manchmal tut Schluss machen verdammt weh, doch dadurch geht die Welt nicht zu Ende und das Leben hört nicht auf. Ein guter Film für alle, die gerade in einer Trennung stecken, weil er einen daran erinnert, dass ein Schlussstrich immer auch einen Neuanfang bereithält.

Von Helena Velaj
Am
Lesezeit 4 Min

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