Zero Waste

In den letzten Jahren hat sich im Internet eine große Zero-Waste-Blogosphäre etabliert, viele Länder haben eigene Organisationen, die diesen Trend unterstützen. Über den Begriff sind wir alle sicher schon mal gestolpert, doch wissen wir eigentlich genau, was dieser Trend ist und welcher Sinn dahinter steckt?

Von Natalia Anders
Am
Lesezeit 6 Min

Annemarie wohnt in Wien, ist junge Mutter und bloggt über Zero Waste. Ihr Ziel: Ein Marmeladenglas voll Müll pro Jahr zu produzieren. So auch der Name ihres Blogs,  ein Jahr im Glas.

Zu Beginn sei die Umstellung groß gewesen, doch mit der Zeit lernte sie dazu und fand immer mehr Gefallen an der Aktion, meint Annemarie. Die einzigen Regel, die laut Annemarie eingehalten werden müsse, um Müll zu reduzieren, sei die Auswahl des richtigen Lebensmittelgeschäfts. Denn der Verpackungsmüll, der mache den größten Teil aus.

Und so kommt die Milch in die Glasflasche, Nüsse und Cornflakes ins Stoffsackerl.

Back to the roots

Zero Waste heißt, wie der Name schon sagt, kein Mist.

Kein Restmüll mehr, ein Glas im Jahr und verpackungsfrei einkaufen, das sind einige der vielen Ziele, mit denen sich die Zero Waste Community beschäftigt. Auch der Handel zieht nach - Immer öfter stößt man auf Geschäfte, die sich an diesem Gedanken orientieren und auf den Trend aufgesprungen sind. Das Prinzip, nach dem sie funktionieren, kennen wahrscheinlich nur noch unsere Großeltern: Man geht mit einem Glas oder einer Box in die Geschäfte, wiegt diese ab und zahlt dann das Essen nach Gewicht. Flüssige Lebensmittel gibt es in den guten alten Pfandflaschen.

Würmer als Haustiere

Gar keinen Müll zu produzieren ist nahezu unmöglich, daher haben die Müllvermeider*innen  auch eine Lösung für jenen Abfall, den man trotz allem nicht wegbekommt. Das Stichwort heißt Wurmkiste. In diesem kompakten Kompostierer kümmern sich die Würmer um die Verarbeitung der Essensreste zu Humus. Man kann sich diese sogar ins Wohnzimmer liefern lassen, eine Anleitung zum DIY-Gehege ist ebenfalls dabei. Es wird auch damit geworben, dass die pflegeleichten Würmer die perfekten Haustiere für Kinder seien.

Falls man zwischendurch wegfahren möchte, kann man die Würmer bis zu zwei Wochen unbeaufsichtigt lassen. Angeblich sei die Wurmkiste auch hygienisch und geruchsneutral -  das meinen zumindest ihre Erfinder.

 

Wie auch Annemarie, finden immer mehr andere Blogger*innen und Instagrammer*innen Gefallen am Zero Waste Lebensstil und teilen ihre Tipps und Tricks zum nachhaltigen Leben auf ihren Blogs, Social Media und auf YouTube.

Bea Johnson, auch bekannt als Queen of Zero Waste, lebt seit 2008 müllfrei. Ihr Blog sowie ihre Bücher sind mit Sicherheit gute Ratgeber, vor allem für Einsteiger des verpackungsfreien Lebens.

Seit über sieben Jahren existiert nun der Blog von Madeleine Alizadeh, dariadaria. Ein Zero Waste Blog ist dariadaria nicht, viel mehr behandelt Madeleine Nachhaltigkeit unter anderem in der Mode. Auch eine eigene nachhaltige Modemarke, dariadéh, hat die Wienerin mittlerweile. Vor allem ihr Instagram- Account inspiriert zu einem nicht unbedingt verpackungsfreien, sondern generell umweltbewussten Leben.

Shia Su ist mit ihrem Blog Wasteland Rebel eine der bekanntesten Zero-Waste-Blogger*innen im deutschsprachigen Raum. Mit einfachen und preisgünstigen Tipps bringt sie dem/der Leser*in das verpackungsfreie Leben nahe.

Lauren Singer ist eine YouTuberin und Bloggerin aus New York und teilt mit ihren Leser*innen Tipps zum Zero Waste Lifestyle. Sie hat auch ein eigenes Zero Waste-Geschäft in Brooklyn. Interessant sind vor allem ihre Beauty- und Makeup-Tutorials.

 

So simpel die Grundidee von Zero Waste auch ist, so schwierig gestaltet sich das konsequente Ausleben dieses Lifestyles vor allem für Anfänger. Machbar und möglich ist es trotzdem. Doch ob man diesen Lebensstil führen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Die einen mit Marmeladenglas, die anderen ohne.

Von Natalia Anders
Am
Lesezeit 6 Min

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