Was ist schön in Südkorea? Die perfekte Koreanerin von Kopf bis Fuß

Schönheit wird in jeder Kultur anders definiert. Einen besonders interessanten Zugang zu gutem Aussehen gibt es aber in Korea. Hier eine kurze Übersicht: (Teaser Credit: Korean Culture and Information Service (Jeon Han) @wikimedia)

Von Natalia Anders
Am
Lesezeit 7 Min

Gesicht/Körper:

Große Augen sind nicht nur in ostasiatischen, sondern auch in vielen anderen Kulturen ein Schönheitsmerkmal. Dadurch, dass Koreaner*innen im Gegensatz zu Europäer*innen einfache Oberlidfalten haben, erscheinen ihre Augen optisch kleiner. Aus der Evolution des Menschen heraus lässt sich erklären, dass große, dicke Augenlider dazu da waren, um vor Kälte zu schützen. Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass mittlerweile ein Zehntel der Koreaner*innen mit “europäischen” Augenlidern geboren werden. Um sich die Augenlider korrigieren zu lassen, legen sich viele andere unters Messer.

Im Durchschnitt haben von 1000 Einwohnern*innen Südkoreas dreizehn schon einmal eine Schönheitsoperation durchführen lassen. Neben dem Einfluss westlicher Schönheitsstandards gibt es noch andere Gründe für den Operationsboom. Schönheitsoperationen sind um einiges billiger als in westlichen Ländern. Eine Korrektur der Lider  kostet teilweise gerade mal 700 Euro.

Abgesehen von den großen Augen wird ein kleines, rundliches Gesicht mit einer spitzen Nase, kleinen, schmalen Lippen und einem V-förmigen Kinn als schön angesehen. Für die Hautfarbe gilt: je heller und makelloser, desto besser! Ein Grund dafür, weshalb vielen Koreaner*innen Gesichtspflege auch sehr wichtig ist. Man findet in Hautcremes zum Beispiel Bleichmittel, die dafür sorgen sollen, dass die Haut heller wird.

Der koreanische Mann ist durchschnittlich 1,73 Meter groß, die koreanische Frau 1,61 Meter groß. Im Gegensatz zu den Koreaner*innen sind Europäer*innen zirka fünf Zentimeter größer.

Um dem entgegenzuwirken, tragen viele Koreanerinnen High Heels und Koreaner Schaumstoffeinlagen in Schuhen. Es gibt aber auch eine Variante, die viel extremer und schmerzhafter ist. Mittels einer Schönheitsoperation kann man sich seine Beine brechen und verlängern lassen und ist nach einem solchen Verfahren bis zu 15 Zentimeter größer.

“Du hast die Haare schön”

Entweder super brav und glatt, oder eine wilde, ungezähmte Mähne. Von K*POP Stars inspiriert, sind auch pastellfarbene Haare und bunter Haarschmuck Trend. Haarbänder, Hasenohren oder Nieten, die ins Haar gepinnt werden - Die Koreanerinnen lassen bei Haarschmuck ihrer Kreativität freien Lauf.

Interessant ist ebenfalls Körperbehaarung, insbesondere im Intimbereich. Im Wesentlichen gilt: je mehr, desto besser. Eine Frau mit dichter Schambehaarung gilt als besonders fruchtbar und weiblich. Immer beliebter wird es, dass man sich Teile der Kopfhaare in den Intimbereich verpflanzen lässt.

Style und Mode

Auch bei ihrer Kleiderwahl sind Koreaner*innen sehr modebewusst, greifen gerne zu bunten und extravaganten Outfits und peppen diese mit Accessoires auf.

Wer in Südkorea gut shoppen will, sollte sich nach kleinen No-Name-Boutiquen auf die Suche machen. Dort kann man angeblich die besten Modefunde machen. Generell sind Koreanerinnen meist eher freizügig gekleidet und versuchen so viel Bein wie möglich zu zeigen. Tiefe Ausschnitte sind dafür aber tabu.

In zehn Schritten zum perfekten Gesicht?

 

Koreaner*innen wird nachgesagt extravagante Pflegeroutinen zu haben. Natürlich hat jede*r seine eigene Badezimmeroutine. Immer mehr koreanische Vlogger*innen zeigen jedoch auf YouTube, wie sie mit Cremes und Masken, die teilweise fast 500 Euro kosten, für ihre Haut sorgen. So könnte eine solche Abendroutine aussehen:

  1. Zuerst wird das Gesicht mit einem Öl-Reiniger, auch oil cleanser genannt, abgeschminkt und gereinigt.

  2. Dies wird mit einem auf Wasser basierendem Reiniger nochmal getan, um sicherzugehen, dass jeglicher Schmutz und Staub vom Gesicht entfernt wurde.

  3. Es wird Zeit für ein Peeling, das die Haut von toten Hautschuppen befreien soll. Jedoch sollte man dieses sparsam verwenden und keinesfalls das ganze Gesicht behandeln, sondern nur unreine Stellen peelen. Da ein Peeling das Gesicht reizt, ist zu empfehlen, es nicht öfter als zwei bis dreimal in der Woche zu verwenden.

  4. Der vierte Schritt ist das Gesichtswasser, das die Poren öffnet und das Gesicht erfrischt. Dieses kann vor allem bei Problemen mit Akne hilfreich sein.

  5. Durch das Verwenden der zwei Cleanser könnte das Gesicht austrocknen, deshalb ist es wichtig, der Haut Feuchtigkeit zu spenden. Durch eine Essenz wird der Haut diese Feuchtigkeit gespendet und der PH-Wert reguliert.

  6. Nun wird ein Serum verwendet. Dabei gibt es verschiedene Produkte, die bei unterschiedlichen Hautproblemen Abhilfe schaffen können. Das wesentliche Ziel eines Serums ist es, die beste Hautstruktur wiederherzustellen.

  7. Jetzt an der Reihe: die Ampoule, auch bekannt als das Superserum. Darf nur bei akuten Hautproblemen verwendet werden. Hat im Grunde genommen dieselbe Wirkung wie ein Serum, ist jedoch höher konzentriert.

  8. Nach einem anstrengendem Tag gibt es nichts Entspannenderes als eine Maske. In Korea werden gerne Tuchmasken verwendet.

  9. Die Gegend um die Augen ist sehr sensibel. Vor allem, wenn man wenig schläft, viel arbeitet und lernt, hat dies Auswirkungen auf Falten und Augenringe. Um dem vorzubeugen, verwenden viele Koreaner*innen Augencreme.

  10. Last but not least: Feuchtigkeitscreme, die für das Hautbild jedes Hauttypen wichtig ist. Auch wichtig: Sonnencreme. UV-Strahlen sorgen nämlich dafür, dass die Haut schneller altert. Dies wollen viele Koreaner*innen verhindern und sorgen deshalb schon im jungen Alter vor.

Von Natalia Anders
Am
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