Kann weniger manchmal doch mehr sein?

Minimalismus, auch bekannt als die Kunst des Wenigen. Doch heißt Minimalismus, dass man auf seinen Lieblingspulli verzichten muss, um endlich wunschlos glücklich sein zu können? Über die verschiedenen Farben und Formen dieses Lebensstils...

Von Natalia Anders
Am
Lesezeit 6 Min

Zu viel Platz?

Wer hat ihn nicht, den Traum vom eigenen Haus mit Pool, Heimkino und drei Esszimmern? Wohnungen und Häuser sind größentechnisch iin den letzten Jahrzehnten um fast das Doppelte gewachsen, trotzdem fühlen sich viele in ihren Wohnräumen so eingeengt, dass der Trend für externe, mietbare Lagerräume wächst. Doch wie oft werden Spielzimmer, Esszimmer oder Ankleidezimmer tatsächlich genutzt? David Friedlander von LifeEdited, einer Designfirma, die Innenausstattungen für Microapartments entwirft, erzählt von einer Studie, in der man herausfand, dass 60 Prozent des Platzes eines durchschnittlich großen Hauses im Alltag keinerlei Verwendungszweck fände.

Das Ziel von Firmen wie LifeEdited ist es, Wohnraum dem eigentlichen Nutzungszweck anzupassen. Anstatt einer Wohnung mit einem Schlafzimmer, einem Wohnzimmer und einem Gästezimmer, könnte man einen Raum immer zu umfunktionieren.

Project 333

Drei Monate, 33 Kleidungsstücke. Überfüllte Schränke voller Kleider, die seit Jahren nicht getragen wurden. Um genau das zu vermeiden, hat Courtney Carver ein Projekt ins Leben gerufen und damit sich und den Leser*innen ihres Blogs namens bemorewithless dabei geholfen, überflüssige Kleider loszuwerden. Die Regel der Challenge ist die, dass man sich alle drei Monate 33 neue Kleidungsstücke aus seinem Schrank auswählt, ausgenommen Unterwäsche, Pyjama, Sportgewand und wertvollen Schmuck und ausschließlich diese die Zeit über tragen darf. Damit verschafft man sich einen besseren Überblick und findet heraus, was man wirklich gerne trägt und was nicht.

theminimalists

Ein Lifestyle, der eine*m dabei helfen kann, als Individuum zu wachsen, den Moment zu genießen oder den Sinn des Lebens zu finden, so Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus auch bekannt als theminimalists. Zusammen reisen sie durch die Vereinigten Staaten von Amerika, um ihr Buch Everything that remains: A memoir vorzustellen und versuchen andere von ihrem Lebensstil zu überzeugen. Sowohl Joshua als auch Ryan hatten eine ähnliche Kindheit, die von Familienproblemen und Armut geprägt war und beschlossen als Erwachsene ein “besseres” Leben zu führen undsichden American Dream zu erfüllen. Glücklicher waren sie mit teuren Autos und Markenkleidung allerdings nicht. Als Ryan Nicodemus nach dem Tod seiner Mutter und einer gescheiterten Ehe unglücklicher denn je schien, entdeckte er den minimalistischen Lebensstil für sich und stellte diesen seinem besten Freund und ehemaligen Arbeitskollegen Joshua vor. Beide schienen von der Idee, durch den Verzicht auf zu Viel einen besseren Überblick über die wirklich wichtigen, nicht materiellen Dinge im Leben zu haben, so begeistert zu sein, dass sie ihre Message mit so vielen Menschen wie möglich teilen wollten. Ab wann man jedoch Minimalist*in ist, hängt nicht davon ab, wie viele Pullover oder T-Shirts man hat, sondern welchen persönlichen Stellenwert diese Gegenstände für einen selbst haben, so theminimalists.

Von Natalia Anders
Am
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