Ein Urlaub in Albanien

Wer Reiseberichte und Urlaubsangebote verfolgt, dem wird aufgefallen sein, dass sich seit einigen Jahren - schleichend, aber doch - ein kleines europäisches Land unter die Empfehlungen geschlichen hat: Albanien.

Von Helena Velaj
Am
Lesezeit 6 Min

Zwischen Montenegro, Nordmazedonien, dem Kosovo und Griechenland, gegenüber von Italien befindet sich Albanien. Das Land mit nicht einmal drei Millionen Einwohnern, war früher bekannt für abenteuerlichen Tourismus. Das ist es heute zwar noch, aber es kann auch ein anderes Gesicht zeigen. Strand, Kultur und Kulinarik rufen und so kommt hier eine kleine Zusammenfassung, sollte es euch auch einmal nach Südosteuropa verschlagen.

Transport

Eines vorab: Der Transport in Albanien gestaltet sich schwierig. Züge fahren nicht, öffentlicher Verkehr ist nach wie vor sporadisch und der Fahrstil der einheimischen Fahrer folgt eigenen Gesetzen. Wer durch das Land reisen möchte, dem ist geraten, einen Mietwagen zu nehmen und besonders achtsam zu fahren. Wer das nicht möchte, kann sich an den Furgon halten, eine Art privat organisierter Omnibusverkehr, der von Einheimischen viel genutzt wird und einen sicher von A nach B bringt. In jeder Stadt gibt es Knotenpunkte, an denen sie abfahren. Es wird ein pauschaler Preis von einigen hundert Lek (120 Lek entsprechen einem Euro) verrichtet und es kann auf der Strecke jederzeit ausgestiegen werden. Die Kommunikation kann sich vor allem mit älteren Leuten als schwierig erweisen - wer italienisch spricht, hat einen Vorteil.

Tirana

Die albanische Hauptstadt Tirana ist in jeder Hinsicht eine pulsierende Stadt. Sie strotzt nur so vor Restaurants, Bars und Cafés, die zu jeder Tages- und Nachtzeit gut besucht sind. Doch auch kulturell und historisch kann man hier einiges erleben:

Ein Besuch im Bunk’Art Museum zeigt die unterirdischen Bunkersysteme, die im Kommunismus genutzt wurden. Im Hinterhof der Nationalgalerie stehen die Statuen von Lenin, Stalin und Mao, die in der Zeit des Kommunismus errichtet und wieder entfernt wurden. Das von Mussolini errichtete Regierungsviertel gibt einen Überblick über den italienischen Baustil in Zeiten des Faschismus und zu guter Letzt die Pyramide vor dem Kanzleramt, die als Mausoleum für den Diktator Enver Hoxha erbaut wurde, jedoch nie die angedachte Verwendung fand.

Zwei Tage in Tirana sind mehr als ausreichend, jedoch sollte der kulinarische Entdecker mehr Zeit einräumen: Es gibt viel zu Essen.

Empfehlungen: Artigiano Restaurant, Era Restaurant, Kafe Muzeum, Çoko Bar für Brunch, Elysee Bar, Colonial Cocktailbar.

Berat

Ein Kleiner Tagesausflug nach Berat ist unbedingt ratsam. Die Stadt liegt am Fluss Osum und teilt sich in einen katholischen und einen muslimischen Teil auf.

Die kleinen, mit Ziegeln überdachten Häuser, die sich langsam, langsam den Berg hinaufstrecken, bilden das typische Aussehen dieser Stadt.

Die Burg am Berg, der über der Stadt thront, ist trotz enormer Steigung, unbedingt sehenswert und kostet lediglich 100 Lek Eintritt, was um die 80 Cent entspricht.

Die Küste

Vlora bildet die Grenze zwischen Adria und Ionischem Meer, der Strandurlaub kann zwar schon weiter oben in Durres beginnen, doch für viele tut er es hier. Besonders geprägt durch die Nähe zu Italien, hat sich in der Gastronomie eine Mischung aus albanischer und italienischer Küche verbreitet. Nicht selten haben die Gastronomen in der Diaspora in italienischen Küchen das Handwerk erlernt, um es in der Heimat umzusetzen. Neben Tirana lässt es sich hier am besten Essen.

Der Stadtstrand ist voll und vor allem in der Hochsaison überlaufen, doch wer ins Auto hüpft und 20 Minuten fährt kommt an die Strände von Radhima, die bedeutend intimer ausfallen. Ein Schirm mit zwei Liegen kostet meist um die 500 Lek, also ungefähr 4 Euro. Von Vlora aus kann man Bootstouren zur gegenüberliegenden Insel Sazan, die seit dem Kommunismus gänzlich verlassen ist, oder zur Halbinsel Karaburun und ihren vielen Höhlen machen. Eine beliebte abendliche Aktivität ist der Xhiro, also das Flanieren entlang der Strandpromenade – sehen und gesehen werden, das ist das Motto.

Weiter geht es nach Dhermi, einem Strandabschnitt jenseits des Llogara Passes, der mit seinem kristallklaren Wasser überzeugt. Während Vlora eine Stadt ist, die auch nach dem Sommer einen eigenen Puls hat, so ist Dhermi eine reine Touristenregion. Hier lässt es sich gut ein paar Tage verbringen und erholen. Ein Ausflug zum Gjipe Strand, ist dabei eine unbedingte Empfehlung.

Die nächste große Stadt ist Saranda, die Fahrt dorthin kann sich aufgrund der Serpentinen als ermüdend erweisen, doch wer bereits da ist, kann mit der Fähre einen Tagesausflug nach Korfu oder mit dem Auto nach Nordgriechenland wagen.

Von Helena Velaj
Am
Lesezeit 6 Min

Follow

X

Zum Newsletter anmelden

* indicates required

Please select all the ways you would like to hear from GRAD:

You can unsubscribe at any time by clicking the link in the footer of our emails. For information about our privacy practices, please visit our website.

We use Mailchimp as our marketing platform. By clicking below to subscribe, you acknowledge that your information will be transferred to Mailchimp for processing. Learn more about Mailchimp's privacy practices here.