6 Bücher für den Urlaub

Im Urlaub kommt man endlich dazu, einem viel vernachlässigten Hobby nachzugehen - dem Lesen. Während im Alltagstrott für viele selten Zeit dafür bleibt, lässt es sich dem Lesen nirgends besser nachkommen als am Strand, am See oder im Bad.

Wir haben für euch eine kleine Liste mit Empfehlungen der Redaktion verfasst, falls ihr nicht wisst, wo ihr mit der Suche im Bücherdschungel anfangen sollt.

 

Von Helena Velaj, Franziska Windisch
Am
Lesezeit 5 Min

Jeffrey Eugenides  - Die Liebeshandlung

 

Kein Sommer ohne Liebesliteratur. Eugenides wurde vor allem durch seinen zweiten Roman „Middlesex“ bekannt, „Die Liebeshandlung“ kam später. Die Story über eine Dreiecksbeziehung unter Student*innen, zwei Männer, eine Frau, ist aber ein absoluter Strand-Klassiker. Die Hinweise auf literarhistorische Epochen sind dabei nicht zufällig gewählt, der/die informierte Leser*in wird dies schnell merken. Alles dreht sich um Literatur, um die Achtziger, um das studentische Milieu und - ach ja - um die Liebe. Die einzelnen Charaktere, ihre Höhen und Tiefen und ihre Suche nach Identität(en), werden dabei so liebevoll nachgezeichnet, das man den Wälzer kaum zur Seite legen kann.  

Robert Seethaler – Der Trafikant

 

“Der Trafikant” handelt vom jungen Franz Huchl, der aus Oberösterreich nach Wien zieht, um bei einem Trafikanten in der Währingerstraße in die Lehre zu gehen. Im Zeitraum vom Sommer 1937 bis zum Sommer 1938 erlebt Franz Wien vor und nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland und die Veränderungen, die damit einhergehen. Doch nicht nur politisch ändert sich vieles. Franz ist ein Bursch in jungen Jahren, den es vom Land in die Stadt verschlagen hat, wo er auch zum ersten Mal Interesse am weiblichen Geschlecht findet. Der Roman wurde von Regisseur Nikolaus Leytner verfilmt und feiert seine Premiere in Österreich am 12. Oktober 2018, in Deutschland am 1. November.

Kanishk Tharoor – Swimmer Among the Stars

 

Das Debütbuch des New Yorker Autors Kanishk Tharoor ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die sich zwischen Realität und Phantasie abspielen. Tharoor selbst sagt, seine Literatur ist von seinem Interesse für historische Ereignisse geprägt und so finden sich im Buch unter anderem Geschichten über Iskander, wie die Perser Alexander den Großen nannten. Diese historischen Geschichten werden verwoben in Tharoors Phantasie und ergeben eine ganz besondere Art der Kurzgeschichte.

Im Sinne der Ehrlichkeit muss man gestehen, dass einige der Geschichten ein wenig anstrengend zu lesen waren. Die anderen sind jedoch so herrlich und ungewöhnlich geschrieben, dass wir dieses Buch trotzdem jedem wärmstens ans Herz legen. Es lohnt sich wirklich.

Juli Zeh - Leere Herzen

 

Juli Zehs neuester Roman, ein Thriller, ist zwar keine leichte Kost, liest sich aber dennoch leichtfüßig. Die Autorin begibt sich mit ihren Leser*innen auf eine Reise in ein Deutschland nach Angela Merkel und zeichnet eine Dystopie, in der Rechte das Sagen haben. Die Protagonistin Britta betreibt gemeinsam mit ihrem Kollegen ein Start-Up, „die Brücke“, in dem es - dem Türschild zufolge - um „Life-Coaching, Self-Managing und Ego-Polishing“ geht. Hinter dem Vorhang verbirgt sich aber ein Unternehmen mit einer abstrus wirkenden Firmenphilosophie, dessen genaue Arbeitsweise im Lauf der Story ans Tageslicht kommt. Immer wieder ertappt man sich dabei, die Schilderungen als unrealistisch abzutun, um sich im gleichen Moment auf erschütternde Weise mit deren Aktualität konfrontiert zu sehen. Fesselnd, hochpolitisch und irgendwie verstörend!

Margarete Stokowski - Untenrum frei

 

Eine Poesie des „Fuck you“ nennt die Spiegel-Kolumnistin Margarete Stokowski das sechste von sieben Kapiteln ihres Erstlings. Treffender kann man es wohl kaum formulieren. Die einzelnen Kapitel sind in sich geschlossene Essays zu Themen rund um den Überbegriff Feminismus. Dabei geht es unter anderem um Erfahrungen aus Kindheit und Jugend, um die Arbeit am Körper oder auch einfach um Sex. Denn, so lautet die These der Autorin, in Sachen Gleichberechtigung kommt es auch auf die „kleinen, schmutzigen Dinge“ an - „Untenrum frei“ eben. Ihre pointiert geschilderten Alltagsbeobachtungen lassen einen oft zustimmend nickend zurück und entlarven im gleichen Schritt die zahlreichen Baustellen unserer Zeit. You go, girl!

Dolly Alderton – Everything I Know About Love

 

Dolly Alderton hat nicht nur geliebt, sie hat die Liebe auch in vollsten Zügen ausgekostet und wurde jedoch mindestens genauso oft enttäuscht. Von ihren Liebschaften in Jugendjahren bis hin zum baldigen Beginn ihrer 30iger berichtet die Kolumnistin der Sunday Times in ihrem Buch und landete damit auch ganz weit oben auf der englischen Bestsellerliste. Im Detail erzählt sie über ihre schlechte Beziehung zu sich selbst, über ihren Freundinnen, den Hang zu Männern, die nicht gut für sie sind, und wie man die Unsicherheiten der jungen Jahre übersteht.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kann man dieses Buch kaum zur Seite legen. Ein hervorragendes Geschenk für die beste Freundin, Schwester, Cousine oder Tochter.

Von Helena Velaj, Franziska Windisch
Am
Lesezeit 5 Min

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